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Abhängig von der Anwendung sind unterschiedlichste Szenarien notig, in denen ein Smart-Dust-Netzwerk selbstorganisierend agieren kann.
An der Universität Kalifornien in Berkeley ist man davon überzeugt, dass Computer eines Tages nur noch staubkorngroß sein werden. Diese Mikrocomputer könnten ein weltumspannendes Computernetzwerk bilden. Der »intelligente Staub« könnte sich wie ein unsichtbarer Schleier um die ganze Welt legen und als so genanntes Omninet das heutige Internet ablösen.

Smart Dust
Doppelseite aus dem Heft (01:11:45)

Jegliche Kommunikation von Menschen mit technischen Geräten oder untereinander sowie die Beschaffung von Informationen aller Art könnte über das allgegenwärtige Omninet abgewickelt werden. Eine Vision, die technologisch sicher zu faszinieren vermag, die aber bei vielen der heute lebenden Menschen auch unangenehme Gefühle erzeugen dürfte.
Irgendwann könnte die Leistungsfähigkeit der abermilliarden miteinander vernetzten Rechnereinheiten so groß werden, dass sie eine eigene Intelligenz und gleichsam einen eigenen Willen haben würden. Dann hätte die Menschheit wahrlich einen Geist aus der Flasche gelassen, den man schwerlich wieder zurückschicken könnte.
Versieht man die Staubcomputer mit mechanischen Manipulatoren, also winzigen Armen und Beinen, könnten sie sich beispielsweise untereinander verklammern und somit makroskopische Gebilde von beliebiger Gestalt bilden. Im Idealfall würde man dann also dem intelligenten Staub etwa zurufen, er möge doch eine Blumenvase formen und schon würde aus dem Staub auf der Fensterbank ein zumindest funktionales Gefäß für Blumen erwachsen.
Am negativen Ende des Visionsspektrums müssten die Menschen fürchten, dass der intelligente Staub sie irgendwann einmal tyrannisiert oder vernichtet. Statt einer Vase könnten die jedes für sich kaum wahrnehmbaren Körnchen ja vielleicht auch eine enge Manschette bilden, die sich einem Menschen um den Hals schnürt.
Quelle: www.lv1.ifkomhessen.de/szenarien.htm