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U-Boote erkunden bald den menschlichen Körper, um lebenswichtige Reparaturenauszuführen.
»Einen Wimpernschlag der Evolution hat der Mensch gebraucht, um die einst bedrohliche Tierwelt in die Schranken zu verweisen. Pflanzenfresser sind gezähmt, Raubtiere ausgerottet oder in Reservate vertrieben, Insekten mit Gift niedergehalten worden. Nur eine Lebensform will sich partout nicht geschlagen geben, und es ist ausgerechnet die Älteste auf der Erde: der Einzeller in Gestalt von Bakterien und sein schmarotzender Verwandter, das Virus. Um sie zu bekämpfen, hat man bisher mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Giftige Chemikalien oder Strahlenschauer werden uns bis heute durch den Körper gejagt, um in allen Winkeln unserer Organe Gebilde von halben bis wenigen Mikrometern Größe abzutöten. Wenn das kein Fall für die Nanotechnik ist. »Using smaller tools, we hunt smaller prey«, hat es der Physiker Robert A. Freitas, Autor des eigenwilligen Werkes »Nanomedicine«, schön prägnant formuliert. Mit kleineren Waffen können wir kleinere Beute jagen. Es ist die große Hoffnung der Nanomedizin: die Geißeln der Menschheit, nicht nur Viren, sondern auch Krebs, Alter- und Tod auf der molekularen Ebene endlich besiegen zu können.
Quelle: Niels Boeing, Nano

Doppelseite
Doppelseite aus dem Heft (00:59:01)

Nanoprothetik und Nanorobotik
Schaffung kleinster funktionaler Prothesen oder Maschinen, die Therapien durchführen und unterstützen sollen // Einschleusung von mit Zellgift gefüllten Partikeln in bösartige Tumore // klinische Erprobung der Gentherapie hat jedoch gezeigt, dass die Infusion kleiner, künstlicher Teile in den menschlichen Körper zu massiven Problemen, wie der radikalen Abwehrreaktion des Immunsystems, führen kann // es gilt zu verhindern, dass die Nanopartikel »das neue Asbest« werden.